EU-Kandidatin der ÖDP referiert im Melanchthon-Zentrum

- Die Handels- und Agrarpolitik der Europäischen Union zerstört bäuerliche Existenzen in Afrika -

Am Freitag, 3.05.2019 war die EU-Spitzenkandidatin NRW Renate Mäule aus Hagen-Hohenlimburg zu Gast in Bad Driburg. In ihrem Vortrag nahm die Referentin Bezug auf den Kurz-film „Der Wahnsinn mit dem Weizen“. Mäule: „Obwohl der Weltmarktpreis für eine Tonne Weizen bei 166 Euro liegt, die Produktionskosten pro Tonne Weizen in Deutschland aber 226 Euro betra-gen, wird in Deutschland viel mehr produziert als wir selbst benötigen. 1/3 der gesamten Weizen-produktion, das sind 24,3 Millionen Tonnen, wird exportiert. Diese riesigen Produktionsmengen sind nur zu erzielen, weil in der hochtechnisierten Landwirtschaft in Deutschland und auch in vie-len Ländern der EU massiv Dünger und Pestizide eingesetzt werden. Wenn Weizen aus Europa ebenso wie andere landwirtschaftliche Produkte in afrikanische Länder exportiert werden, dann hat das verheerende Folgen für die Situation der Menschen in diesen Ländern. Durch den billigen Wei-zen aus der hochsubventionierten Landwirtschaft der EU werden die Kleinbauern in Afrika um ihre Existenz gebracht, denn sie können ihre eigenen Produkte, z.B. Hirse, auf den heimischen Märkten kaum mehr verkaufen. Und Getreide ist nur eines von vielen landwirtschaftlichen Exportprodukten, mit dem bäuerliche Existenzen in Afrika ruiniert werden. Für Gemüse, Obst, Milch und Fleisch gilt das Gleiche. Zwischen 1999 und 2004 sind in Kamerun 92% des heimischen Geflügelmarktes zusammengebrochen und mehr als 100.000 Arbeitsplätze gingen verloren. In den Jahren 2009 bis 2014 verdreifachte sich der Export von Geflügelfleisch aus der EU nach Afrika von 199.000 auf 592.000 Tonnen. Hier muss sich dringend etwas ändern!“ Renate Mäule verdeutlicht in ihrem Vor-trag - von einer Power-Point-Präsentation unterstützt -:
„Während die hoch subventionierte industrialisierte Landwirtschaft in Europa einerseits die Fruchtbarkeit der heimischen Ackerböden zerstört und das Grundwasser mit Schadstoffen (Nitraten und Glyphosat) belastet sowie gleichzeitig das Artensterben beschleunigt, werden andererseits durch Exporte von Agrarprodukten in den Agrarländern Afrikas landwirtschaftliche Strukturen der Eigenversorgung zerstört und die Menschen ihrer Lebensgrundlagen beraubt. Wenn diese Menschen sich dann aus purer Verzweiflung auf den Weg nach Europa machen - wer kann ihnen das verdenken - dann stoßen sie oft genug auf Ablehnung, Unverständnis und nicht selten auf Hass. Dieser Zusammenhang sollte allen klar sein, die am 26. Mai ihre Stimme bei der Wahl zum EU-Parlament abgeben. Was wir brauchen ist eine faire Agrar- und Handelspolitik, die die Interessen der Länder in Afrika, Asien und Südamerika berücksichtigt und den Menschen in ihren Heimatländern eine wirtschaftliche Perspektive gibt. Dafür steht die Ökologisch-Demokratische Partei! Wer wie die ÖDP Ja zur Europäischen Union sagt, der muss sich hier für längst überfällige Reformen einsetzen.“ -Wolfgang Seemann-


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