Leserbrief zum Artikel: Gülle gefährdet Grundwasser NW vom 19.Juni 2019

Ende im Gelände

Massentierhaltung und industrielle Landwirtschaft ruinieren unsere Ackerböden und verschmutzen das Grundwasser, aus dem zu 80% unser Trinkwasser gewonnen wird, mit Krebs verursachenden Nitraten. Der Trend, dass immer mehr Nitrate in das Grundwasser gelangen, ist unübersehbar. Da helfen nicht langatmige Vorträge über neue Messverfahren und Messstationen oder gar veränderte Grenzwerte, da hilft nur ein rigoroses Vorgehen gegen die zunehmende Überdüngung. Laut BUND werden Grünlandflächen, also Wiesen und Weiden, aus der Düngeverordnung ausgeklammert, auf ihnen darf hemmungslos Gülle ausgebracht werden. Warum eigentlich? Egal ob auf Ackerböden oder auf Grünlandflächen, ein Zuviel an nitrathaltiger Gülle landet immer im Grundwasser! Ein besonderer Skandal ist der grenzüberschreitende Gülletourismus. Es ist bekannt, dass Gülle aus den Niederlanden auf den Wiesen und Feldern unserer ostwestfälischen Heimat landet, weil im kleinen Holland die Flächen fehlen und die Ausbringung von Gülle dort stark eingeschränkt bzw. verboten ist. Wie kann so etwas in der EU erlaubt sein? Außerdem: Gibt es überhaupt ein zuständige Behörde, die die ordnungsgemäße Düngung der Felder und Wiesen überwacht und vor Ort kontrolliert? Die Landwirtschaftskammer, eher einen Interessenvertretung der Agrarlobby, tut dies mit Sicherheit nicht. Oder überlässt man vielleicht diese Kontrolle denen, die die Gülle ausbringen, also eine Art freiwillige Selbstkontrolle? In anderen Bereichen wäre das unvorstellbar. Man stelle sich vor, dass jeder Autofahrer, wenn er die zulässige Höchstgeschwindigkeit überschreitet, sich selbst kontrollieren darf. Auf alle Fälle gibt es genügend Fragen, die bei der Veranstaltung am nächsten Mittwoch in Steinheim eine Antwort verlangen.


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