ÖDP: „Stille“ der Natur

- Bericht Natur- und Landschaftsführer Bernd Bartsch -

ÖDP: „Stille“ der Natur - Bericht Natur- und Landschaftsführer Bernd Bartsch - „Auf meinen Wanderungen im Raum Bad Driburg ist mir aufgefallen, dass es viel stiller in der Natur geworden ist. Was ist passiert? Es gibt viel weniger Insekten und daher auch viel weniger Vögel, die sich von den Insekten ernähren können. Es ist mittlerweile unumstritten, dass es so ist, aber warum? Wahrscheinlich ist es ein Gemisch aus vielen Gründen. Dazu zählen mit Sicherheit Pflanzenschutzmittel, Flächenversiegelung, Monokultur, Klimaerwärmung und Überdüngung.
Schaut man sich die Flächen der Landwirtschaft an, so ist nach der Rapsblüte nicht eine einzige Blüte mehr zu sehen. Früher waren Getreidefelder bestückt mit Kornblumen, Klatschmohn und Ackerrittersporn. Die Felder auf denen es noch blüht sind oft durch Pflanzenschutzmittel zu Todeszonen für Insekten geworden. Das gilt leider auch für die Gärten und Rasenflächen in den Dörfern und den Städten. Hier wird jede Pflanze wie z.B. Löwenzahn, Ehrenpreis und Klee mit Chemie vernichtet. Es müsste ein Umdenken bei den Menschen geben, einfach deshalb, weil auf ökologisch bewirtschafteten Äckern die Individuen und Artenzahl um ein Vielfaches höher ist als auf konventionellen Flächen.
;Es sind aber nicht nur die Felder und Gärten. Schaut man sich die Wegränder an, so stellt man fest, dass sie nicht mehr mit Chemie gespritzt werden wie vor 30 Jahren. Aber auch hier sind die Flächen nicht mehr bunt. Leider gelangen auch hier oft die Spritzmittel und der Dünger bis auf die Wegränder, oder man hat die Ränder vor der Blüte gemäht. Übrig bleibt auch hier fast immer das Gras.
Früher gab es an allen Feldwegen Obstbäume auf beiden Seiten. Da, wo es sie noch gibt, werden sie fast jedes Jahr weniger. Oft stören sie bei der Bewirtschaftung der Felder durch Maschinen oder sie sterben an Überalterung. Es gibt allerdings auch lobenswerte Ausnahmen wie in Herste, wo Herr Oeynhausen mit einigen Leuten um den Osterberg herum Obstbäume gepflanzt und Nistkästen für Vögel und Insekten angebracht hat.
Wie überall in NRW gibt es auch im Driburger Raum große Flächen mit Photovoltaikanlagen. Das wäre doch eine Brachfläche, auf denen Wildkräuter wachsen könnten. Diese Flächen sind mit hohen Zäunen umgeben. Ideal für Beweidung mit Schafen, wie es die Stadtwerke machen. Nein auch diese Flächen werden mehrmals jährlich von den Eigentümern gemäht. Auch hier finden die Insekten keine Nahrung mehr.
Insekten und Falter findet man nur noch in größerer Anzahl in lichten Wäldern, auf Brachfeldern und Kalkmagerrasen. Da diese Flächen nicht gedüngt und gespritzt worden sind wachsen hier eine Vielzahl von Kräutern und seltener Pflanzen. Reichlich Nahrung für Insekten und Schmetterlinge. Von den Flächen haben wir Gott sei Dank im Kreis Höxter noch eine Menge. Hier muss man besonders die Landschaftsstation loben, die in den letzten 20 Jahren viele der totgesagten Flächen wiederbelebt hat.
Fazit aus der Betrachtung: wir Menschen müssen mit der Natur leben, nicht gegen sie. Denn eins ist sicher, die Natur braucht uns nicht, ganz im Gegenteil. Aber wir brauchen die Natur.

Bernd Bartsch – ÖDP-Vorsitzender/Kreisverband Höxter


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