Zur Hauptnavigation springen Zum Hauptinhalt springen

Pressemitteilung

Kurpark 2030: Grünes Wunder oder ökologischer Rückschritt?

Robert Sammert - ÖDP-Fraktion

 

Als ÖDP Bad Driburg begrüßen wir ausdrücklich alle Investitionen, die unsere Stadt als Kur- und Badestandort stärken und weiterentwickeln.
Die Vision eines „Kurparks 2030“ zeigt, dass Bad Driburg zukunftsfähig gestaltet werden soll. Dennoch sehen wir zentrale Aspekte der aktuellen Planungen mit großer Sorge.

In der Ratssitzung am 9. Februar wurden seitens der UGOS und des Grafen eindrucksvolle Bilder eines künftigen „grünen Wunders“ präsentiert.
Auch wir haben in dieser Sitzung kritische Fragen gestellt.

1. Die vorgesehene Abholzung von Waldflächen sehen wir kritisch.
Zwar wird zugesichert, dass jeder gefällte Baum im Verhältnis 1:1 neu gepflanzt werde. Doch diese Rechnung greift aus unserer Sicht zu kurz.
Die betroffenen Bäume sind etwa 50 Jahre alt – teils wurden sie nach eigenen Angaben des Grafen in seiner Jugend gepflanzt.

Ein junger Baum kann die ökologische Leistung eines über Jahrzehnte gewachsenen Baumes jedoch nicht ersetzen.
Ältere Bäume speichern deutlich mehr CO₂, regulieren das Mikroklima, filtern Schadstoffe und bieten wertvollen Lebensraum für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten.
Diese Funktionen gehen mit einer Fällung zunächst unwiederbringlich verloren.

2. Zweifel an der Ausgleichsfläche in Herste
Auch die geplante Ausgleichsfläche in der Gemarkung Herste finden wir fragwürdig. Dort soll eine bislang landwirtschaftlich genutzte Ackerfläche aufgeforstet werden.

Ehemalige Ackerflächen sind häufig durch langjährige intensive Bewirtschaftung, schwere Maschinen und Entwässerung geprägt.
Gerade auf den im Raum Bad Driburg verbreiteten schluff- und lehmreichen Böden besteht eine hohe Verdichtungsgefahr, die das Wurzelwachstum junger Bäume erschwert.

Zudem sind Ackerböden meist sehr nährstoffreich. Das begünstigt zwar ein schnelles Wachstum, führt jedoch oft zu instabileren Bäumen und fördert konkurrenzstarke Pflanzen wie Brombeeren,
die junge Setzlinge überwuchern können. In Zeiten zunehmender Dürreperioden besteht zudem die Gefahr, dass neu angelegte Aufforstungen schnell ausfallen.

3. Vom Wasserspeicher zum Wasserverbraucher?
Ein weiterer Punkt, der aus unserer Sicht kein „grünes Wunder“ erkennen lässt, ist die Umwandlung von Wald in Rasen- beziehungsweise Golfwiesen.
Waldflächen können pro Hektar zwei bis drei Millionen Liter Wasser speichern. Diese Speicherfähigkeit schützt vor Hochwasser und unterstützt die Grundwasserneubildung.

Rasengräser hingegen verbrauchen erhebliche Mengen Wasser: Bei 20 Grad Celsius bis zu 20.000 Liter pro Hektar und Tag, bei 30 Grad sogar bis zu 50.000 Liter.
Damit würde aus einer speichernden Fläche eine verbrauchende.

Angesichts des Klimawandels und zunehmender Wasserknappheit stellen wir die Frage: Können und wollen wir uns diesen zusätzlichen Wasserverbrauch leisten?
Entwicklung ja – aber mit Verantwortung
Als ÖDP Bad Driburg stehen wir für eine nachhaltige Stadtentwicklung. Wir möchten, dass sich unsere Stadt positiv entwickelt – wirtschaftlich wie touristisch.
Gleichzeitig tragen wir Verantwortung für den Schutz unserer natürlichen Lebensgrundlagen.

Robert Sammert
ÖDP-Fraktion im Rat der Stadt Bad Driburg

Zurück