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Pressemitteilung

Viel Tamtam – wenig Argumente

„Unsere Egge“ will NRW vorschreiben, wie es mit dem Staatswald umgehen soll - Kampagne rückwärtsgewandter Partikularinteressen gegen mehr Naturschutz - zu einem Artikel in der WB (Westfalen-Blatt) vom 28. August

Martin Blumenthal - Beisitzer Kreisvorstand der ÖDP Höxter-Lippe-Paderborn

 

In Sandebeck (Kronospan lässt grüßen!) erheben die Aktivisten von „Unsere Egge“ laut und präventiv ihre Stimme gegen bisher nicht konkretisierte Pläne des Landes NRW,
das in dem
 Staatswald auf der Egge die Wildnisbereiche vergrößern möchte. Sie beklagen das als „Nationalpark durch die Hintertür“. Die WB gibt dieser Gruppe viel Raum in ihrem Lokalteil.
Doch wie schon bei der Kampagne gegen einen Nationalpark Egge, der in 2024 dank breit angelegter Plakataktion mit zum Teil falschen Argumenten das Bemühen um einen Nationalpark
erfolgreich torpedierte, haben die Gegner dieses Vorhabens eigentlich nur ein Argument: es geht um wirtschaftliche Vorteile vor allem für die holzverarbeitenden Betriebe der Region.
Dabei kann man getrost davon ausgehen, dass diese Betriebe nicht wirklich abhängig von dem Buchenholz in der nördlichen Egge sind!

Natur- und Artenvielfalt interessiert diese Aktivisten wenig, sie möchten lieber einen aufgeräumten Wald, der wirtschaftlich ertragreich sein soll.

Es ist inzwischen hinreichend bekannt, dass die Bäume, je älter sie sind, desto mehr Kohlendioxid einlagern und Sauerstoff produzieren. Das ist aber für eine wirtschaftliche Ausbeutung uninteressant.
In einer Zeit, in der der Klimawandel jedoch für immer größere Katastrophen mit zunehmend mehr wirtschaftlichen Schäden und Toten sorgt, ist aber gerade ein Bemühen – weltweit! -
um mehr ältere und gesündere Wälder von großer Bedeutung.

Doch manche Klimawandel-Leugner und Unternehmensegoisten wollen das offenbar nicht einsehen. Außer dem „wirtschaftlichen“ Argument dieser Unternehmen und ihrer Klientel,
das allein durch die sich rasant häufenden Katastrophen und Umweltzerstörungen schon enorm an volkswirtschaftlichem Wert einbüßt, wird in dem Artikel ein einziges anderes Argument nebenbei angerissen:

angeblich soll die Waldbrandgefahr im Wirtschaftswald geringer sein als in Wildnisbereichen.

Es ist zwar zutreffend, dass Totholz in Wildnisbereichen bei Waldbränden ein zusätzlicher Brandbeschleuniger sein könnte. Jedoch: in einem Wildnisbereich sind weniger Menschen und weniger Maschinen unterwegs.
Und letztlich ist der Mensch – sei es durch Fahrlässigkeit, sei es durch Einsatz von Elektrizität im Wald, der Hauptverursacher von Waldbränden.

Totholz und Gestrüpp auf einem Waldboden, der genügend Feuchtigkeit enthält, ist keine wichtige Ursache für Waldbrände. Jedoch die Verdichtung von Waldböden durch den Einsatz
schwerer forstwirtschaftlicher Maschinen kann leicht bewirken, dass die Oberflächen keine Nässe mehr aufnehmen und bei Dürre schnell austrocknen, was jeder Wanderer im Wald leicht beobachten kann.

Wollen wir wirklich, dass ein Einsatz für mehr naturbelassenen Wald und mehr Artenvielfalt diesen kurzsichtigen Forderungen von Partikularinteressierten wie „Unsere Egge“ zum Opfer fällt?

Martin Blumenthal

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